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PISA

"Die Studie hat Bildung in den Vordergrund gestellt"

Dezember 2015. 15 Jahre ist der sogenannte "PISA-Schock" her: Deutschland hat beim ersten Durchgang im Jahr 2000 nicht gut abgeschnitten. Seitdem habe sich dank PISA viel verbessert, sagt Professor Eckhard Klieme in einem persönlichen Video-Interview. Der Leiter der Abteilung Bildungsqualität und Evaluation ist seit 2001 in zentralen Funktionen national wie international an PISA beteiligt.

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens äußert sich der Bildungsforscher nicht nur zu den Errungenschaften für das deutsche Bildungssystem, die er in starkem Zusammenhang mit der PISA-Studie sieht, sondern auch mit seiner ganz eigenen Motivation, an der internationalen Schulleistungsuntersuchung der OECD mitzuarbeiten: "Ich bin Bildungsforscher geworden, weil ich einen Beitrag dazu leisten möchte, dass Bildung besser wird."  PISA habe zur Aufklärung über die Qualität unseres Bildungssystems und somit indirekt dazu beigetragen, dass Bildung besser und in der Gesellschaft gerechter verteilt werde. Nicht zuletzt sei durch PISA Bildung in den Vordergrund gerückt. Die Studie habe "die einmalige Chance geboten, auf einer breiten Ebene eine gesellschaftliche Diskussion anzustoßen, was Stärken und Schwächen unseres Bildungssystems sind. Sie macht Aspekte von Chancengerechtigkeit und -ungerechtigkeit transparent." Persönlich findet Klieme besonders wichtig, dass verschiedene Gruppen in den Fokus gerückt seien, dazu zählt er unter anderem Kinder mit Zuwanderungshintergrund. Dennoch stellt er klar: "PISA wirkt über Erkenntnisse, die mit diesen Daten gewonnen werden. Es ist ein indirekter Weg."

Neben der gesellschaftlichen Rolle seien aber auch ganz konkrete Erkenntnisse über Unterrichtsmethoden und Unterrichtsinhalte generiert worden: Etwa, dass es im naturwissenschaftlichen Unterricht nicht allein darauf ankomme, viel zu experimentieren, sondern auch zu reflektieren. Aus diesen und anderen Erkenntnissen der PISA-Studie sind Zusatzstudien entstanden, die unter anderem zeigen konnten, dass sich Ganzstagsschulen zwar positiv auf das Schulklima auswirken, nicht aber auf die Leistungen - so wirkt PISA weit über ihre Grenzen hinaus. In Zukunft werden psychosoziale Faktoren bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrkräften stärker in den Vordergrund rücken.

Das Video-Interview mit Eckhard Klieme finden Sie im You-Tube-Kanal des Deutschen Bildungsservers und auf der Facebook-Seite des DIPF.

zuletzt verändert: 10.02.2016
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Die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zu PISA und der Arbeit hierzu am DIPF

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